Klassenspiel der 12. Klasse 2017-2018

12. Klass-Spiel "Der Besuch der alten Dame"

Mit einer dichten, spannenden Inszenierung hat die zwölfte Klasse der Freien Waldorfschule Aalen am Donnerstag und Freitag der vergangenen Woche die Tragödie „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt aufgeführt.

Die reiche Claire Zachanassian will Gerechtigkeit, will Rache für das brutale Unrecht, dass ihr durch ihren Liebhaber von fünfzig Jahren in ihrer Heimatstadt Güllen angetan wurde. Sie bietet eine Milliarde Dollar, wenn jemand den Liebhaber Alfred Ill tötet. Die verarmte Dorfgemeinschaft erliegt der Gier nach dem Geld, Ill wird von den Güllenern umgebracht. In einer knapp zweistündigen Inszenierung präsentierten die Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse der Waldorfschule diese Geschichte, die Friedrich Dürrenmatt für das Theater geschrieben hat.

In zwei Matinee-Vorstellungen für die Schülerschaft und zwei öffentlichen Abendaufführungen wurde das Stück gespielt. Die Inszenierung war auf Spannung angelegt und zugleich auf die Darstellung der moralischen Entwicklung der einzelnen Figuren und des Kollektivs mit seiner gierigen Eigendynamik. In einem andeutenden Bühnenbild spielten die Schülerinnen und Schüler mit großem Engagement auch in den Nebenrollen.

Spielfreude, aber auch erkennbare Betroffenheit in der tragischen Entwicklung des Stückes prägten die Aufführungen. Insbesondere die beiden Hauptdarstellerinnen Marie Humburger (Donnerstag) und Ann Sharon Heusel (Freitag) begeisterten mit ihrem nahezu professionellen Spiel. Mit großen Engagement und ebenfalls großartigem Spiel überzeugten Konrad Elser und Denis Mühlbeyer als Alfred Ill. Leonidas Tsogas zeigte den Lehrer als geschwätzig moralisierenden Stressalkoholiker, Tahir Yavuz gab den umtriebigen Bürgermeister als schwadronierenden Wendehals, Pierre Bannies karikierte den Pfarrer mit gnitzem Spiel, Daniel Meder legte den Polizisten als ignoranten Großsprecher an. 

12. Klass-Spiel
Die „alte Dame“ (Marie Humburger) setzt an zu ihrem Deal mit den Leuten von Güllen: „Eine Milliarde, wenn jemand Alfred Ill tötet“. Foto: Elke Bannert

Die Inszenierung überzeugte nicht zuletzt durch die ausgefeilte Gestaltung der sogenannten Nebenrollen, auch hier waren vorzügliche schauspielerische Leistungen ausschlaggebend für die beiden gelungenen Theraterabende vor fast vollem Saal. Es spielten: Josepha Blikslager, Johannes Daum, Nils Echsler, Helena Graf, Manuel Heusel, Amelie Kurka, Sofie Schulz, Selina Schwarz, Duygu Sülün, Jana Szabo, Asena Türk, Marcel Weber, Paul Weber und Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse. Bühnenbild, Licht und Regie: Martina Ebel, Konrad Elser, Constanze Warning, Leonidas Tsogas und Rainer Wiese.